Alte / Neue Bergbauregionen
Ab Königshütte bieten sich dem Wanderer zwei Alternativstrecken:
a) Königshütte - Rübeland - Altenbrak
b) Königshütte - Hasselfelde - Altenbrak
Königshütte - Königsburg - Zusammenfluss
Warme / Kalte Bode - Überleitungssperre / Trogfurther Brücke - Susenburg - Tiefenbachtal - Brockenblick -
Hoher Kleef - Rübeland - Krockstein / Neuwerk - Talsperre Wendefurth - Wendefurth - Altenbrak
Etappenlänge: 23,8 km
Diese Wegetappe des Harzer-Hexen-Stieges ist ein wichtiger Höhepunkt für alle geologisch und montanhistorisch
interessierten Wanderer.
Eisengießerei Rothehütte
Im Tal der Kalten Bode wurde schon im Mittelalter Elbingeröder Eisenerz verhüttet. Ursprünglich waren die
Hütten Fachwerkgebäude. Im 19. Jahrhundert entstanden technisch verbesserte Gießereien mit
gußeisernen Bauelementen. Ein für den Harz einzigartiges Industriedenkmal jener Zeit sind die
gußeisernen Säulen in Königshütte, die den Wanderer am Harzer-Hexen-Stieg begrüßen.
Königsburg
Die Königsburg in Königshütte ist eine Adelsburg aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Hier sind nicht nur Teile des Bergfriedes erhalten, sondern auch die Gräben und Wälle der Burg sind
gut erkennbar. Diese Burg scheint dem Schutz der Grenze des Bistums Halberstadt gedient zu haben,
die hier an der Bode verlief. Außerdem trug die Burg zur Sicherheit des damals bedeutenden Handelsweges von
Sachsen nach Thüringen bei, der in umittelbarer Nähe vorbeiführte.
Die Mühe des Aufstieges wird durch einen sehr schönen Ausblick über den Ort und die Harzberge
mit dem Brockenmassiv im Hintergrund belohnt.
Zusammenfluss Kalte und Warme Bode
Am Fuße der Königsburg vereinigen sich Kalte und Warme Bode. Während die Flüsse nur wenige hundert Meter
voneinander entfernt in der Nähe des Brockens entspringen, fließt die Warme Bode durch überwiegend flache Täler
südwestlich um den Wurmberg herum, und danach durch Braunlage, Sorge und Tanne bis nach Königshütte.
Die Kalte Bode hingegen passiert nordöstlich den Wurmberg und anschließend Schierke und Elend. Bis zum
Zusammenfluss liegt ihr Bett vorwiegend in tiefen und schattigen Tälern.
Der Harzer-Hexen-Stieg folgt dem Lauf der Bode.
Ottonische und salische Kaiser
Von 900 - 1100, in der Zeit der ottonischen und salischen Kaiser, galt der Harz wegen seiner
Silbervorkommen als die "Schatzkammer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". Archäologische
Zeugnisse davon sind die silbernen Otto-Adelheit-Pfennige. Eine beliebte Kaiserpfalz jener Zeit
war die Jagdpfalz Bodfeld. Der Name Bodfeld deutet auf den Bodefluß hin. Die genaue Lage der Pfalz
ist umstritten. Gesichert und urkundlich belegt ist, daß die Pfalz nahe der Trogfurter Brücke lag.
Der Ort jener Brücke liegt am Harzer-Hexen-Stieg kurz hinter Königshütte.

Kalkabbau
Der Bergbau unter Tage wurde im Gebiet des Harzes längst eingestellt. Jedoch finden wir noch heute einen
umfangreichen Abbau von Kalkstein über Tage. Auch dies gehört zum Landschaftsbild rings um Rübeland.
Der Wanderer passiert Tagebaue im Bereich Susenburg, läuft durch das romantische Tiefenbachtal und gelangt
dann auf den Naturlehrpfad in Richtung Rübeland. Am Hohen Kleef hat er eine phantastische Sicht auf Rübeland
und den Brocken.
Rübelander Tropfsteinhöhlen
Bewiesen durch archäologische Funde in den Höhlen Rübelands dienten diese bereits den Menschen der Altsteinzeit
als Unterkunft. Den jährlich ca. 300.000 Besuchern sind zur Zeit zwei Rübeländer Höhlen zugänglich.
Sie liegen direkt am Wege. Es befindet
sich aber noch eine beträchtliche Zahl weiterer Höhlen im Kalkstein der unmittelbaren Umgebung.
Am längsten bekannt ist die Baumannshöhle.
Sie war zu Goethes Zeiten die einzige Tropfsteinhöhle,
die man in Deutschland kannte. Goethe war von ihr so hingerissen, daß er 1777 ein ganzen Tag
in ihr weilte und auf späteren Harzreisen sie nochmal besuchte. Den imposanten Goethesaal dieser
Höhle sollten auch Sie kennenlernen. Ein Besuch der erst im 19. Jahrhundert entdeckten mehrstöckigen
Hermannshöhle mit dem fließenden Höhlenbach ist ebenfalls sehr zu empfehlen.
Eisenbahngeschichte
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts löste man die Transportprobleme der Erzverhüttungsbetriebe in und
am Harz durch die Schiene. Es entstanden Eisenbahnen als Privatbahnen. So ließ sich der
Verhüttungsprozeß von den knappen Holzkohlen auf Koks aus Steinkohle umstellen und rationalisieren.
Auf den Bahnstrecken, die ursprünglich für den Gütertransport gebaut wurden, verkehrten auch
Personenzüge, und es entwickelte sich ein Harz-Tourismus.
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