Der Köhlerpfad
Ab Königshütte bieten sich dem Wanderer zwei Alternativstrecken:
a) Königshütte - Rübeland - Altenbrak
b) Königshütte - Hasselfelde - Altenbrak
Königshütte - Rappbodetalsperre - Ruine Trageburg - Großes Mühlental - Hassel-Vorsperre - Sautälchen - Hagenmühle -
Hasselfelde - Köhlerlehrpfad - Stemberghaus / Köhlereimuseum - Altenbrak
Etappenlänge: 23,8 km
Der Harz ist durch zahlreiche Traditionen geprägt. Das Köhlerhandwerk zählte zu den wichtigsten Erwerbsquellen. Ohne
die Holzkohle war es nicht möglich, die im Harz geförderten Erze zu verhütten. Auf dem Köhlerlehrpfad bei Hasselfelde und
im Köhlereimuseum wird dem Besucher das schwere Leben der Köhler und ihrer Familien erlebbar gemacht.
Königsburg
Die Königsburg in Königshütte ist eine Adelsburg aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Hier sind nicht nur Teile des Bergfriedes erhalten, sondern auch die Gräben und Wälle der Burg sind
gut erkennbar. Diese Burg scheint dem Schutz der Grenze des Bistums Halberstadt gedient zu haben,
die hier an der Bode verlief. Außerdem trug die Burg zur Sicherheit des damals bedeutenden Handelsweges von
Sachsen nach Thüringen bei, der in umittelbarer Nähe vorbeiführte.
Die Mühe des Aufstieges wird durch einen sehr schönen Ausblick über den Ort und die Harzberge
mit dem Brockenmassiv im Hintergrund belohnt.
Die Wanderung führt aus dem Tal der Warmen Bode auf den Wegen
deutscher Kaiser und Könige zum Vorbecken der Rappbodetalsperre. Über die Staumauer erreicht man das Bodendenkmal
der Trageburg. Von hier aus hat man einen wundervollen Blick auf die Talsperre.
Rappbodetalsperre
Die Rappbodetalsperre ist ein Superlativ. Sie hat die größte Schwergewichts-Staumauer Deutschlands.
Die Staumauer soll mit 106 m Höhe dem Assuan-Staudamm in Ägypten entsprechen. Die Rappbodetalsperre dient zur
Trinkwasserversorgung. Bemerkenswert ist, dass
das Hauptstaugebiet im Rappbodetal liegt, obwohl die Bode natürlich der ergiebigste Zufluß ist.
Rübeland ist durch diese interessante planerische Lösung das Versinken im Wasserstau erspart
geblieben.
Weitere Höhepunkte am Wegesrand sind das Naturschutzgebiet "Sautälchen" mit seinen seltenen Pflanzen und das
Schutzgebiet für Wasservögel am Ende der Hasselvorsperre. Eine Einkehrmöglichkeit bietet dem Wanderer die
Hagenmühle, ehe er Hasselfelde erreicht.
Vom dem auf der Hochfläche des Mittelharzes gelegene Hasselfelde führt uns der Harzer-Hexen-Stieg zunächst an Wiesen
und Feldern sowie an der Westernstadt "Pullmann City II" vorbei, um dann wieder die Fichtenwälder zu betreten. Das
schnellwüchsige Holz der Fichte war für den Bergbau unverzichtbar, jedoch in dieser Höhenlage nicht natürlichen
Urprungs.
Entlang eines neu angelegten Köhlerpfades mit einer Köhlerhütte und alten Meilerstellen
erreicht man schon bald das Stemberghaus. Dieses ist schon weithin mit Auge und Nase durch rauchende Meiler wahrnehmbar.
In dem kleinen Familienbetrieb wird noch heute Holzkohle und neuerdings auch Buchenholzteer produziert.
Dem Stemberghaus angeschlossen ist ein Köhlereimuseum, welches mit seinen Außen- und
Innenanlagen im Harz einmalig ist. Sachkundig ist hier viel Wissenswertes über das uralte Handwerk der Köhler
zusammengetragen.
Dem hungrigen Wanderer bietet sich gleichzeitig eine Einkehrmöglichkeit.
Der Harzer-Hexen-Stieg geht anschließend überwiegend durch naturnahe Laubholzwälder unterschiedlicher Art. Besonders interessant sind
dabei Buchenwälder, die durch Ahorn, Esche, Eiche und Kirsche ergänzt werden. Entsprechend artenreich ist dann auch
die Bodenflora.
Ein romantischer Pfad führt zur Schöneburg. Steil abfallend zur Linken wächst dunkler, hochaufstrebender natürlicher
Schluchtwald aus feuchtigkeitsliebenden Laubhölzern. Teils erreichen sie beeindruckende Dimensionen. In den
gewaltigen Kronen nisten Greifvögel, in den Höhlen des Totholzes finden andere Tierarten ihre Nistplätze.
Wendet man sich nach rechts, so findet man lichten, aufgelockerten wärmebedürftigen Buchen-Eichen-Wald.
An der Schöneburg laden eine Schutzhütte und Bänke zur Rast ein. Von hier aus bietet sich ein weiter Blick auf
Altenbrak und das Bodetal. Altenbrak empfängt den Wanderer mit einer Forellenzuchtanlage und frisch geräucherten
Forellen.
Übernachtung:
Am Etappenende: Altenbrak
Weitere Übernachtungsmöglichkeiten: Treseburg,
Wendefurth, Hasselfelde
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