Geologie
Der Granit - eine kulturhistorisch, geologische Betrachtung
Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergeß ich nimmer.
Das
Brockenmassiv ist aus Granit. Roßtrappe und Bodekessel sind Granit. Die fast senkrechten Granitfelsen
des Bodekessels machten das Gebiet des Bodetales zwischen Treseburg und Thale bis in die Mitte
des 19. Jahrhunderts unzugänglich! Goethe sah im Granit das Urgestein, so wie er eine Urplanze suchte.
Er stand damit nicht allein. Es gab seinerzeit eine ganze Reihe von Geologen, die ebenfalls im Granit
das Urgestein sahen und meinten, der Erdkern sei aus Granit! Saß man z.B. auf dem Granitfelsen der
Teufelskanzel auf dem Brocken, glaubt man Granit unter sich bis zum Mittelpunk der Erde und fühle sich
damit im Kontakt mit dem Erdkern. Auch ein Blick in den unzugänglichen Schlund des Bodekessels, so wie
ihn Ludwig Richter gemalt hat, soll dem Betrachter das Erschauern über den Blick in die unergründlichen
Tiefen des Granits vermitteln.
Heute ist es bekannt, der Erdkern ist nicht aus Granit. Granit ist nicht das Urgestein des Harzes.
Das Gebiet des Bodekessels ist mit technischen Mitteln zugänglich gemacht worden. Die senkrechten
Granitwände bleiben imposant. Moderne Geologie und technischer Fortschritt haben dem Granit einen Teil
seines Mythos genommen. Für einen Romantiker ist es ein bißchen schade.
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